Deutsche Konzerne planen riesige Wüsten-Solarkraftwerke

400-Milliarden-Euro-Investition innerhalb von 10 Jahren.

Deutschland und große Teile Europas künftig mit Solarstrom aus Afrika zu versorgen, ist ein mit 400 Milliarden Euro veranschlagtes Großprojekt, dem sich, angeführt von der Münchener Rück, 20 Konzerne verschreiben wollen.

Schon Mitte Juli wollen sich die Unternehmen, darunter auch Siemens, RWE und die Deutsche Bank zu einem entsprechenden Konsortium zusammenschließen. Das berichtete am 16. Juni 2009 die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Münchener Rück-Vorstand Torsten Jeworrek.

Schon in zehn Jahren soll das "Desertec" genannte Projekt ersten Strom aus den Wüsten Afrikas liefern.

Die genaue Teilnehmerliste wird noch unter Verschluss gehalten, aber geplant ist laut Jeworrek, dass auch Bundesministerien und der Club of Rome bei der Gründung mit am Tisch sitzen.

Der Chef der größten Rückversicherung der Welt denkt, dass Desertec (von desert: Wüste und tec: Technologie) etwa 15 Prozent der europäischen Stromversorgung decken könnte. Wettbewerbsfähig werde der Strom aus der Wüste aber erst in zehn bis 15 Jahren sein.

Wichtigstes Kriterium für die Auswahl der Standorte ist, dass sie in politisch stabilen Ländern liegen. Im Unterschied zu Photovolatik-Anlagen, die den Strom direkt produzieren, arbeiten die geplanten Solarkraftwerke, wie sie in Kalifornien und Spanien schon installiert sind, mit Spiegeln, die das Sonnenlicht bündeln, ein Spezialöl erhitzen und mittels des damit erzeugten Wasserdampfes Turbinen antreiben, die schließlich den Strom erzeugen.

Ein Problem, abgesehen vom Bau der Wüstenkraftwerke, ist es, den Strom nach Europa zu bringen. Es müssten Tausende von Kilometer lange Leitungen verlegt werden, ein Teil der Energie ginge auf dem Weg über den Widerstand wieder verloren.

Weitergehende Szenarien sehen vor, dass man mit den Solarkraftwerken Wasserstoff erzeugt, der sich in Silizium (der Stoff, aus dem Computerchips sind und im Wüstensand zuhauf vorhanden) als Trägerstoff leicht und ungefährlich transportieren ließe, um damit auch Kraftfahrzeuge anzutreiben.

Quelle: ChannelPartner





Veröffentlicht am:
20:43:28 16.06.2009 von CMS Administrator